Horaz, Epistel I 18 und 19: Fremdbestimmung und Freiheit
Abstract
Eine neue Paraphrase der 18. Epistel des Horaz zeigt, dass der Gedanke dieses Briefs sich dreht: Die anfängliche Zustimmung zu einem Karriere-Leben verwandelt sich zu einer deutlichen Ablehnung der Fremd-Bestimmung im Dienste der Freiheit von Erfolg-Streben und Gewinn-Hoffnung. Doch wozu solche Freiheit? Epist. 19 gibt die Antwort des Horaz: Die Freiheit diene der geistigen Leistung, im Falle des Horaz: der dichterischen Leistung. So gelesen, entpuppen sich die scheinbar nur nebeneinander stehenden Texte zu einem innerlich bezogenen Paar von hoher Aussagekraft über Horazens persönlichstes Denken.